Graue Wasserpark-Eminenzen

Christine Sonvilla
Es gibt ihn eigentlich schon recht lange, seit mittlerweile 1929.
Trotzdem ist der Floridsdorfer Wasserpark längst nicht allen Wienerinnen und Wienern ein Begriff. Das sollte sich ändern, denn der Wasserpark, entstanden aus einem Auwaldrest am Nordende der Alten Donau, bringt ein Stück Wildnis mitten in die City. Zwischen Hochhäusern, stark frequentierten Straßen und städtischem Trubel liegen die zwei Teiche des Parks, die selbst im Winter einer Vielzahl von gefiederten Gästen sowohl Zuhause als auch Nahrung bieten. 

Graureiher beim Nestbau

Über den Hubertusdamm im Westen des Wasserparks gelangt nämlich verhältnismäßig wärmeres Donauwasser in die Wasserpark-Teiche und verhindert, dass sich auf der Wasseroberfläche Eis bildet. Auf diese Weise wird der Wasserpark zum idealen Winterquartier für eine illustre Vogelschar. Stockenten, Möwen, Blässhühner, Höckerschwäne und manchmal auch Graureiher nutzen dieses „warme“ Plätzchen zum Überwintern. Einige Graureiher tummeln sich dieser Tage auch tatsächlich im Floridsdorfer Wasserpark. Wer diese charismatischen Vögel einmal genauer in Augenschein nehmen möchte, sollte diese Gelegenheit nutzen.

Verstärkt trudeln die Graureiher, die übrigens gleich nach den Störchen die größten heimischen Vögel sind, wieder ab Ende Februar, Anfang März im Wasserpark ein.

Aus der nahen Umgebung werden Zweige herangeflogen

Die Brut steht nun unmittelbar bevor. Davor gilt es aber noch die Nester, die über mehrere Jahre hinweg verwendet werden, auszubessern. Je nachdem wie harsch der Winter war, bedeutet das mal mehr, mal weniger Arbeit. Heuer könnte es leicht sein, dass die Reparaturarbeiten nicht allzu aufwendig ausfallen. Bis etwa Juni sind die Graureiher dann mit der Jungenaufzucht beschäftigt und um den hungrigen Nachwuchs zufriedenzustellen, kommen ihnen die fischreichen städtischen Gewässer gerade recht.

Der - beinahe flügge gewordene - Nachwuchs wird gefüttert

Tipp zur Unterscheidung: Abgesehen von ihrer stattlichen Größe lassen sich die Graureiher auch gut an ihrer typischen Flughaltung erkennen. Wie alle Reiher ziehen sie beim Fliegen den Hals ein.

Wer die Graureiher und die anderen Vögel des Wasserparks mit fachkundiger Betreuung näher unter die Lupe nehmen möchte, hat dazu etwa am 8. März Gelegenheit. An diesem Tag findet nämlich ein Urban Safari Fotoworkshop im Wasserpark statt. Gleich vormerken!Und der Wasserpark steht auch am Programm der Urban Safari Exkursion „Jenseits des Stromes“, die im Juni und Juli stattfindet. Da erfahrt ihr alles Wissenswerte zur Tierwelt des Wasserparks aus erster Wiener Wildnis Hand.Sämtliche Infos zu den Urban Safaris finden sich hier.

Alle Fotos: © Wiener Wildnis

Abendstimmung am Wasserpark






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